The Last Remnant – Taktik fehlgeschlagen

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WIIIILMAAAAAAAAA!!!!!!!! Uuups. Entschuldigung. Das war falsch. IRIIIINAAAAAA!!!!! Schon besser. Denn in The Last Remnant wollen wir nicht einfach zurück ins Haus sondern suchen nach Irina, der Schwester des Hauptcharakter Rush, welche von unbekannten Bösewichtern entführt wurde. Natürlich ist die Story ein ganzes Stück komplexer als eine einfache Suche nach der entführten Schwester. The Last Remnant zieht einen in eine Geschichte voller politischer Intrigen, Machtspielereien und geheimnisvoller Artefakte. Schließlich wurde Irina nicht ohne Grund entführt.

Auf der Suche nach seiner Schwester ist Rush, wie in Rollenspielen recht üblich, praktisch nie alleine Unterwegs. In The Last Remnant läuft man auch nicht nur mit fünf oder sechs Verbündeten rum, sondern gleich mit ganzen Verbänden. Von diesen kann man bis zu vier Stück haben, wobei jeder Verband aus maximal fünf Einheiten bestehen kann. Ausserdem kann man im Verlaufe des Spiels neue Formationen freischalten, wodurch zum Beispiel die Abwehr gegen Zauber erhöht oder Schaden von Stichangriffen.

Spezialangriff!

Spezialangriff!

Mit diesen Verbänden geht man dann in den Kampf. Die Kämpfe selbst laufen rundenbasiert ab und in jeder Runde gibt man seinen Einheiten Befehle, was sie tun sollen. Die Attacken selbst wählt man nicht aus. Man sagt nur den Verbänden ob sie normal, mit Zaubern oder mit Kampfkünsten angreifen sollen. Ab und zu kann man dann auch Dinge tun wie abwarten, Einheiten heilen oder sehr mächtige Spezialattacken einsetzen. Auch taktisch kann man so vorgehen. Wenn ein Verband einen feindlichen Verband angreift bringt er diesen in eine Blockade. Greift nun ein weiterer Verband den blockierten Verband an so macht er einen Flankenangriff, welcher mehr Schaden verursacht und die Moral des Gegners schwächt. Wenn bereits beide Flanken angegriffen werden macht ein weiterer angreifender Verband einen Angriff von hinten, welcher noch mehr Schaden macht und sich noch stärker auf die Moral auswirkt. Solange man nur gegen normale Gegner kämpft, auch wenn diese mal stärker sind, funktioniert das ganze recht gut. Es gibt jedoch auch einzelne Gegner, bei welchen ein Angriff auf einen blockierten Verband nicht zu einem Flankenangriff führt, sondern zu einer Mehrfachblockade. Beim Spielen war ich nun der Meinung, dass man, da das Spiel ja viel Wert auf Taktik legt, mit der richtigen Taktik auch eines der Bossmonster erledigen kann, auch wenn es noch sehr viel stärker ist. Ich hatte hierbei Recht: Mit der richtigen Taktik wäre es möglich das Problem ist jedoch, dass einen das Spiel zu sehr in den taktischen Möglichkeiten einschränkt. Um das zu verdeutlichen ein kleiner Bericht, wie ich hinter gemerkt habe, dass die richtige Taktik den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht.

Mein Gegner war hierbei ein seltenes Bossmonster namens Dominator im Dunkeltal. Meine Verbände waren mit 1800, 1600 und 1400 Lebenspunkten stark genug um dem Gegner standzuhalten. Der Kampf könnte sich zwar etwas in die Länge ziehen aber er sollte möglich sein. Da ich am Anfang noch zu unerfahren war um einen solch schweren Kampf  direkt zu gewinnen war es ganz natürlich, dass meine ersten Angriffe in eine Desaster endeten. Gut, damit kann man leben. Bei einem Angriff jedoch ist mir dann aufgefallen wie mächtig die korrekte Taktik sein kann. Durch Zufall konnte einer meiner Verbände immer wieder einen Flankenangriff ausführen. Dadurch gewann meine Truppe, welche moralisch schon beim Nullpunkt angekommen war, in jeder Runde neuen Kampfesmut und hat dadurch besser gekämpft. Der Kampf ging bereits eine Weile und ich hatte nur noch zwei verbleibende Verbände. Während nun Verband 1 den Gegner in der Blockade hielt und sich dabei pausenlos selbst geheilt hat, hat Verband 2 jede Runde aufs neue den Gegner von der Seite angegriffen. Das ging solange gut, dass ich schon die Möglichkeit des Angriffes „Macht sie fertig!“ bekam, welche erst freigeschaltet wird, wenn der Gegner schon kurz vorm Tod ist. Doch dann kam es, wie es kommen musste: Der Feind hat Verband 1 mit einer einzigen Attacke erledigt und Verband 2 fiel direkt in der nächsten Runde. Aber wenn es einmal ging müsste es ja wieder gehen…falsch gedacht! Denn beim nächsten Kampf war das Spiel der Meinung, dass ich jetzt mal nicht die Möglichkeit hab Flankenangriffe auszuführen. Und genauso geht das Spiel bei vielen Dingen vor. Allein durch den Zufall scheint bestimmt zu werden, ob ein Verband mal eine Runde lang in Bereitschaft bleiben soll ohne anzugreifen, ob er jemanden heilen darf oder nicht oder ob er die Blockade verlassen darf um sich selbst zu heilen. Dadurch führt das Spiel jegliche Taktik in den Kämpfen zur Nutzlosigkeit, weil man als Spieler im Endeffekt keinen Einfluss darauf hat. Was man machen darf hängt nicht von den Einhheiten ab, es hängt nicht von den Werten der Einheiten ab und auch nicht an der Formation, der Aufstellung oder der Verbandsgröße. Es scheint einzig und allein vom Zufall abzuhängen. Das wurde mir letztendlich zu dem Augenblick bewsst, wo ich eben eine neue Aufstellung in diesem Kampf ausprobieren wollte und die Flankenangriffe verfügbar waren, nachdem in Runde 1 Verband 1 die Schnelligkeit der Truppen verbessert hat und Verband 2 und 3 gewartet haben. Nachdem der Feind dann mich angegriffen hat konnte Verband 3 Flankenangriffe ausführen. Der Kampf ging am Ende aufgrund unglücklicher Zufälle wieder in die Hose. Also Spielstand laden. Identische Aufstellung…und diesmal konnte Verband 3 in Runde 1 nichteinmal warten, sondern war gezwungen anzugreifen. Wer also eine Chance gegen stärkere Bossgegner haben will kann nur eines tun: Grinden, grinden und nochmals grinden, bis die Verbände stark genug sind. Taktisches Vorgehen kann man nur anwenden, wenn man Glück hat und das Spiel das zulässt.

Ländliche Idylle

Ländliche Idylle

Wenn man nicht im Kampf ist muss so einer natürlich auch irgendwie beginnen können. Wem schon beim Wort „Zufallskämpfe“ ein Schauer den Rücken herunterläuft der kann beruhigt sein: Zufallskämpfe gibt es nicht. Die Gegner die man bekämpft sieht man in der Landschaft umherlaufen. Um nun einen Kampf zu starten muss man einen Gegner nur berühren, was jedoch dazu führt, dass der Gegner im Kampf als erstes angreifen darf. Ausserdem würde man so immer nur gegen eine feindliche Gruppe kämpfen. Per Tastendruck kann man jedoch auch selbst angreifen und alle Gegner, die sich in einem gewissem Umkreis befinden, mit in den Kampf ziehen. Dadurch wird der Kampf zwar schwieriger, es winkt jedoch auch eine größere Belohnung.

Sehr gut gelungen sind die Hauptcharaktere. In den zahlreichen Zwsichensequenzen merkt man bei jedem einzelnen, dass er eine einzigartige Persönlichkeit hat. Da gibt es zum Beispiel den besorgten Herrscher David, welcher die Unabhängigkeit für sein Land will, den geheimnisvollen Magier, dessen Motive lange im unklarem sind, den kindischen Rush, der nicht viel von Adelstiteln hält und dem nichts wichtiger zu sein scheint als seine Schwester und, und, und.

Beeindruckend

Beeindruckend

Und natürlich darf man in der heutigen Zeit auch die Grafik nicht vernachlässigen. Und Grafikmäßig hat The Last Remnant so einiges zu bieten. Das Beeindruckenste sind dabei jedoch die Artefakte, welche in jeder Stadt zu finden sind. Das sind nämliche riesige Gegenstände, welchen einem beim Anblick fast den Atem rauben. Manchmal wöllte man einfach nur minutenlang dastehen und diese imposanten Objekte bewundern. Zeit hat man jedenfalls genug. Denn wenn man das Spiel wirklich ausführlich spielt ist man locker über 50 Stunden beschäftigt.

Zusammenfassung:

  • Kampfsystem bei stärkeren Bossgegner ungeeignet
  • Beeindruckende Grafik
  • Spannende Geschichte
  • hohe Spielzeit

Gesamtwertung:

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