Ubisoft schlägt EA

by

Electronic Arts (EA) sollte jedem ein Begriff sein, der sich bereits etwas mehr mit Videospielen beschäftigt hat. Dieser Publisher ist in letzter Zeit besonders negativ aufgefallen, da er sämtliche seiner Spiele mit dem sehr umstrittenen DRM Kopierschutz gesichert hat. Dieser Kopierschutz limitiert die Installationen pro erworbener Lizenz.

Erst auf Nachdruck aus der erbosten Community über diesen Kopierschutz entschied sich EA dazu, dass man Installationen zurückerhält, wenn man das Spiel deinstalliert.

Das macht die ganze Sache zwar nicht wirklich besser, doch immerhin hat man auf seine Kunden gehört und das ganze System etwas abgeschwächt.

Nun gehen wir weiter zu Ubisoft. Ubisoft ist ein weiterer großer Publisher. Vieleicht nicht ganz so bekannt wie EA, dennoch sollte er den meisten ein Begriff sein.

Lange Zeit schien Ubisoft wie ein Fels in der Brandung. Noch bedacht auf seine Kunden. Die letzten PC Spiele von Ubisoft waren nicht einmal in irgendeinerweise mit einem Kopierschutz versehen. Natürlich sehr zur Freude der Kunden, von denen einige direkt mehrere Exemplare der Spiele kauften um diese Maßnahmen zu unterstützen. Einige Personen kauften sich sogar die Spiele nur wegen des fehlenden Kopierschutzes, als Belohnung dafür, dass kein DRM verwendet wurde. Für sehr viele Leute schien Ubisoft eine Art Engel unter den Publishern zu sein … doch was dann passierte, ist wirklich nur noch als eine Frechheit zu bezeichnen.

Ubisoft kündigte herunterladbaren Zusatzinhalt für Prince of Persia an. Die Ankündigung bezog sich nur auf die PS3 und die XBox360. Viele PC Spieler ahnten bereits böses, doch man wartete ab.

Dann kam eines Tages der Schock: In einem knappen Einzeiler verkündete Chris Easton aka UbiRazz, Community Developer von Ubisoft, in einem von einem User erstellten Thread, dass der DLC nicht für den PC erscheinen wird. Dies wurde äußerst umfangreich und sehr schonend mit folgendem Satz getan:

„Unfortunately for business reasons we won’t be seeing any PoP DLC appear. Sorry guys!“

Nicht einmal eine offizielle Pressemeldung sind einem bei Ubisoft die Kunden wert.

Es war klar, dass sofort das Geschrei der Fans losging. Wer könnte es einem verübeln? Denn im Gegensatz zu vielen anderen Spielen die bisher mit Zusatzinhalten erweitert wurden ist der Zusatzinhalt von Prince of Persia viel mehr als nur die berüchtigte Pferderüstung aus The Elder Scrolls IV: Oblivion. Denn der DLC von Prince of Persia setz die Story fort, erweitert das Spiel um eine Attacke und merzt einen großen Kritikpunkt der Fans aus: den zu geringen Schwierigkeitsgrad.

Nach der Ankündigung war in vielen Interviews von Ubisoft zu lesen, dass der DLC nur ein Bonus ist und keineswegs die Hauptgeschichte des Spiels fortsetzt. Schließlich erzählt der DLC nur, wie sich die Charaktere nach dem Ende des Spiels weiterentwickeln. Der Widerspruch zwischen beiden Aussagen fällt sofort auf. Doch belassen wir es vorerst dabei.

In etwa ein Monat verging dann, bis der DLC endlich veröffentlicht wurde. Und sofort konnten die Besitzer einer Konsole eins verkünden: der DLC setzt die Hauptgeschichte des Spiels fort.

Da ist man direkt erfreut. Ubisoft stand direkt hart in der Kritik, weil der DLC nicht für den PC erscheint und dieser die Story fortsetzt. Und was wird getan? Man kann es wirklich sagen ohne es irgendwie zu beschönigen: Ubisoft hat auf die harte Kritik damit reagiert, dass man die erbosten Kunden BELÜGT.

Doch die Geschichte ist noch nicht zuende. In dem selben Thread, in welchem angekündigt wurde, dass der DLC nicht für den PC erscheint, wurde gesagt, dass man die Stimmen der Fans an die obrigen Stellen weiterleiten will und dafür sorgen will, dass diese Stimmen erhört werden. Ich gehe hierbei davon aus, dass dies wirklich getan wurde. Immerhin gibt es Leute, die bei Ubisoft arbeiten und womöglich auch nicht gerade mit den Entscheidungen des Arbeitgebers einverstanden sind. Die Stimmen wurden also weitergeleitet und was hört man von Ubisoft? Nichts. Anscheinend sind die Führungspersönlichkeiten bei Ubisoft der Meinung, dass man sich um die erboste Kundschaft nicht kümmern muss.

Um die Aktionen von Ubisoft noch einmal zusammenzufassen:

  • Absage für den DLC auf dem PC mit einem einzigen Satz
  • Absage für den DLC auf dem PC ohne offizielle Pressemeldung
  • Absage für den DLC auf dem PC mitten in einem von einem User erstellten Thread
  • Belügen der Kunden um die Wogen zu glätten
  • Ignorieren der erbosten Kundschaft

Sollte man so mit seinen Kunden umgehen? Ich glaube nicht. Ich persönlich habe die Spiele von Ubisoft bisher immer verteidigt. Aber damit ist ab sofort Schluss. Aktuell schert sich Ubisoft kein bisschen um seine Kunden. Deshalb werde ich mir demnächst lieber Spiele von EA mit DRM holen, anstatt einem Publisher Geld zu geben, der seine Kunden auch noch vollkommen dreist belügt. EA reagiert immerhin noch auf seine Kunden.

Werbeanzeigen

4 Antworten to “Ubisoft schlägt EA”

  1. Tristan_129 Says:

    Mich interessierts,ob EA-Spiele bei Steam freigeschaltet wie Mirror’s Edge DRM-frei sind.

    Falls es euch interessiert, ich kämpf grad für den Release eines Open Source des Jade Engines, damit wir die Klassiker Ubis modden können.Vielleicht auf Steam,da alle KLassiker drauf sind außer Rayman.
    Wenn ihr mir dabei Unterstützen wollt,gebt eure Meinung ab:
    http://forums.ubi.com/eve/forums/a/tpc/f/861108132/m/8561058147

  2. J@ckbeard Says:

    Steam IST DRM. Abgesehen davon, in dem Moment, wo du ein Spiel bei Steam freischaltest, ist es nicht mehr dein Spiel. Du hast dann nur noch eine Lizenz, das du das Spiel nutzen darfst.

  3. keksus1 Says:

    Bei jedem Spiel ist es eigentlich genauso, dass man nur eine Lizenz für das Spiel erwirbt.

    Im übrigen mag die EULA von Steam vieleicht auch hart klingen, aber Valve hat die Dinge, die sie eigentlich laut EULA dürften, noch nie eingesetzt.

    Seit den ganzen Jahren wo es Steam gibt gab es noch nie Probleme damit, dass jemandem unrechtmäßig einfach ein Spiel gesperrt wurde.

    Im übrigen funktioniert Steam. Es gibt schonmal keine begrenzten Installationen und man kann die Spiele überall installieren, von wo aus man sich mit Steam einloggt.

    Vieleicht ist Steam eine Form des DRM, aber Steam zeigt auch, dass DRM an sich nichts schlechtes sein muss, weil man dadurch auch Vorteile erhalten kann.

    Meiner Meinung nach ist der schlechte Ruf, den Steam bei einigen Leuten noch hat, unbegründet, da Steam bewiesen hat, dass es funktioniert.

  4. FirstGamer Says:

    DRM / Steam. Sind beides Kontrollmechanismen.
    Soweit ich es bei Steam gelesen habe, gibts dort die Möglichkeit offline zu zocken. Sei es drum, mir gefällt die Entwicklung nicht.
    Wir werden abgezockt! So oder so!
    Bisher haben sich bei mir 150 Originale angesammelt.
    Die Konnte ich im Urlaub, im Garten, im Zug oder bei Freunden zocken.
    Wenn das nicht mehr geht… muss es gangbar gemacht werden!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: