Prince of Persia – märchenhaft

by
Preorder Box

Preorder Box

Nach langer Wartezeit erschien am 11. Dezember 2008 nun endlich das neue Prince of Persia. Ich habe es mir im Ubishop vorbestellt und kam daher in den Genuss der Preorder Box, was in diesem Falle eine zusätzliche hochwertige Hülle für das Spiel, einen kleinen Comic über den Werdegang des Jägers – ein Gegner aus Prince of Persia – und Freischaltcodes für den Sands of Time Prinzen und Farah als Skins. In den USA war die Limited Edition mit einem Artworkbuch und einer Bonus DVD noch umfangreicher – das steht aber nicht zur Diskussion.

Viel mehr ist die Frage: kann das neue Prince of Persia an das alte Spielkonzept anknüpfen? Rasante Kämpfe, knifflige Jump ’n‘ Run Passagen, epische Story? Die Antwort ist: nicht ganz. Man sollte es eher als einen neuen Anfang sehen. Die Entwickler haben Prince of Persia neu erfunden.

Wer ist hier der Dunkle Gott?

Wer ist hier der Dunkle Gott?

Das merkt man auch sofort daran, dass es nichts gibt, das an die Sands of Time Trilogie erinnert (von den Bonus Skins mal abgesehen). Ein neuer Prinz, eine neue Story, ein neues Spielprinzip. Hier hangelt man sich nicht mehr an einem Storyfaden entlang durch einen Palast, eine Höle oder eine Stadt. Das neue Prince of Persia basiert auf einer offenen Welt. Der dunkle Gott Ahriman hat das wunderschöne Königreich des Lichts mit seiner Dunkelheit infiziert. Der Prinz stolpert mitten in diese Verwicklung hinein und lernt dabei die junge Prinzessin und Magierin Elika kennen. Gemeinsam versuchen sie, das Land von Ahrimans Dunkelheit zu befreien.

Das war es auch eigentlich schon an Story, denn viel mehr passiert nicht im Spiel. Mithilfe des On-Demand Dialogue Systems erfährt man zu jedem einzelnen der 24 besuchbaren Gebiete auf Wunsch noch einige Hintergrundinformationen, die Story an sich dümpelt aber etwas lahm vor sich hin, zumindest im Vergleich zu den Teilen der Sands of Time Trilogie. Erst gegen Ende nimmt die Story wieder Fahrt auf, reißt den Spieler mit und gipfelt in einem monumentalen Cliffhanger.

Impressionen vom Tempel

Impressionen vom Tempel

Das ganze Spiel ist so gestaltet, dass es den Spieler in diese Märchenwelt hineinzieht. Die illustrative Grafik vermittelt den Eindruck, ein Gemälde zu Spielen, ja ein Kunstwerk. Auch das Save Me System spielt hier mit hinein. Es bedeutet, dass man nach einem Tod keinen Game Over Bildschirm vorgesetzt bekommt, sondern automatisch von Elika auf die letzte stabile Plattform zurückgesetzt wird. Wer jetzt Angst hat, das Spiel könnte dadurch zu leicht werden, der sei hiermit beruhigt: am Ende von langen Jump ’n‘ Run Passagen oder kurz vor Ende eines Kampfes zu sterben, ist immer noch frustrierend genug, da man den ganzen Weg nochmal gehen muss, bzw. der Gegner einen großen Teil seiner Energie zurück erhält.

Zum Gameplay. Wie bereits gesagt, ist es die Aufgabe, verschiedene fruchtbare Gebiete zu befreien. Diese Gebiete erreicht man zu Fuß, indem man sich mit der aufpolierten Akrobatik des Prinzen mehr hangelnd und springend als laufend einen Weg von Gebiet zu Gebiet bahnt. Zwischendurch tauchen immer wieder Fallen und Zwischengegner auf, die das hüpfen und rennen ein wenig auflockern. Gelangt man schließlich zu einem fruchtbaren Gebiet, muss man sich einem der vier Bosse des Spiels stellen.

Der Jäger - grrr!

Der Jäger - grrr!

Der Jäger ist ein schneller, aggressiver Typ und am angenehmsten zu bekämpfen. Wehrt man nur eine Attacke von ihm ab, kann man im danach eine Combo beliebigen Ausmaßes ins Gesicht donnern.

Die Konkubine - traue niemals einer Frau mit Schwanz

Die Konkubine - traue niemals einer Frau mit Schwanz

Die Konkubine ist da schon etwas härter im Nehmen. Bringt man sie in Schwierigkeiten, indem man sie in die Nähe eines Abgrundes drängt, teleportiert sie sich in den Rücken des Prinzen. Der Trick ist also, sie immer vom Abgrund wegzuprügeln. Hierzu lohnt es sich auch schonmal, eine Combo frühzeitig abzubrechen und mithilfe des Akrobatik-Buttons über sie drüber zu springen, um die Plätze zu tauschen.

hex hex - der Alchemist

hex hex - der Alchemist

Der Alchemist arbeitet mit der Dunkelheit. Man kann ihn ohne Weiteres in den Abgrund drängen. Wenn man ihn jedoch in eine Pfütze Dunkelheit manövriert, versinkt er darin und taucht im Rücken des Prinzen wieder auf. In solchen Fällen hilft der gleiche Zug wie bei der Konkubine.

zeigt sich unbeeindruckt - der Krieger

zeigt sich unbeeindruckt - der Krieger

Der Krieger fällt völlig aus dem Rahmen. Er ist durch normale Angriffe überhaupt nicht zu verletzen. Man kann ihn damit nur ein wenig herumschubsen. Und genau das muss man tun. Sei es von einer Plattform, in eine Säule oder in einen Käfig, stets gilt es, den Krieger irgendwo hineinzudrängen. Am besten wartet man ab, bis der Krieger zu einem kommt, blockt seinen Angriff, rollt mit Akrobatikangriff zwischen seinen Beinen durch und verpasst ihm dann mit Elika eine ordentliche Dröhnung.

Die Bosskämpfe sind herausfordernd, aber für einen geübten Spieler überhaupt kein Problem. Was sie auszeichnet, ist die Darstellung. Aufgrund der Tatsache, dass man nur noch gegen einen Gegner gleichzeitig kämpft, kann die Auseinandersetzung besser in Szene gesetzt werden. So erfreut das neue Prince of Persia durch Zeitlupenmomente, dramatische Kameraschwenks und Farbeffekte.

hübsche Aussicht

hübsche Aussicht

Nach jedem Bosskampf wird ein fruchtbares Gebiet geheilt, woraufhin 45 Lichtkeime freigesetzt werden. Das sind Lichtkugeln, die man sammeln muss, um  neue Fähigkeiten für Elika zu kaufen. Diese Fähigkeiten beschränken sich leider ausschließlich auf die Jump ’n‘ Run Teile des Spiels und sind zwingend notwendig, um im Spiel voranzukommen. Was also im Rückbezug heißt, dass man besagte Lichtkeime sammeln muss. Eine leidige Angelegenheit, besonders wenn man das Spiel schonmal durchgespielt hat und versucht, einen Rush hinzulegen. Dieser Zwang, etwas zu sammeln, um weiterzukommen bremst den Spielfluss und gefällt mir überhaupt nicht. Andererseits bekommt man dadurch die geheilten und wirklich wunderschönen Landschaften zu Gesicht. Außerdem erhält man nach dem Sammeln von 1001 Lichtkeimen die Prototype Skins von Elika und dem Prinzen.

1001 – wie in einem Märchen. Und das ist Prince of Persia. Am Ende verschmelzen Gameplay, das Sammeln von Lichtkeimen, und die Story zu einem Märchen, einer Legende. Die wunderbare Grafik unterstützt dieses Gefühl.

Zuletzt seien noch die Dialoge gelobt, die oft sehr witzig sind. Es lohnt sich also, oft Gebrauch vom On-Demand Dialogoue System zu machen. So spielen der Prinz und Elika zum Beispiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“, oder der Prinz wirft im Kampf seinen Gegnern Beleidigungen an den Kopf.

Zusammenfassung:

  • alles glänzt so schön neu
  • Story im Mittelteil etwas schleppend
  • Spiel zieht einen in die Märchenwelt hinein
  • Jump ’n‘ Run Elemente überwiegen die Kämpfe
  • cinematische Bosskämpfe
  • Zwang, Lichtkeime zu sammeln
  • Atmosphäre eines Märchens
  • witzige Dialoge

Gesamtwertung:

star_half

Werbeanzeigen

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Eine Antwort to “Prince of Persia – märchenhaft”

  1. online Says:

    I couldn’t refrain from commenting. Perfectly written!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: